Stadtführung Solothurn 12.10.2021
Die Teilnehmenden für Stadtführung in Solothurn trafen sich am Bahnhof Luzern. Um 9 Uhr verliess der Zug das neblige Luzern. Umso schöner war es, dass die Sonne in Solothurn schien. Unsere Führerin erzählte uns Spannendes über die Barockstadt.
Die Stadt wurde von den zwei Stadtpatronen Ursus und Victor gegründet, beide waren Christen. Aus der Legende wissen wir, gehörten auch die beiden Stadtheiligen, die am Portal der St.-Ursen-Kathedrale oder am Baseltor in Stein gemeisselt sind, zur Thebäischen 11. Legion. Sie konnten dem Massaker in St-Maurice entfliehen, erlitten aber in Solothurn dasselbe Schicksal wie ihre Glaubensbrüder. Sie wurden von den damals hier ansässigen Römern geköpft und in die Aare geworfen. Bis heute hat die Zahl 11 eine grosse Bedeutung. Solothurn wurde als 11. Kanton in die Eidgenossenschaft aufgenommen. Es gibt 11 Kirchen, 11 Türme, 11 Zünften, 11 Brünnen, 3 mal 11 Stufen zur Kathedrale.
Die französischen Könige in Versailles beeinflussten 300 Jahre lang von 1500-1800 mit Ambassadeuren die Politik und das Geschehen in der Stadt und haben zahlreiche Spuren hinterlassen. Die Fassade der Jesuitenkirche oder ein Hochaltar wurde von Louis XIV bezahlt. Zudem gingen junge Schweizer Burschen als Söldner für Frankreich in den Krieg. Wenn sie zurückkehrten, waren ihre Taschen voller Münzen. Die Gebrüder Besenval bauten das Palais Besenval um 1700, nachdem Sie in Frankreich Karriere als Offiziere und Diplomaten gemacht haben.
Der Bischof vom Bistum Basel lebt im Ordinariat in Solothurn. Die St.-Ursen-Kathedrale wurde 1773 fertig gestellt. Unsere Führerin meinte, dass die Statue von Moses vor der Kathedrale Hörner hat, weil ein Überlieferungsfehler stattgefunden hat. Nebenan im Hotel Couronne hatte Napoleon auf der Durchreise ein Essen bestellt, aber nur ein Glas Wasser getrunken. Die offene Rechnung des Kaisers hängt heute noch im Restaurant. Die spannende Führung endete um 12 Uhr beim Zitgloggeturm, wo Figuren ein Schauspiel boten. Nebenan speisten wir im geschichtsträchtigen Hotel Roten Turm, welche voller alter Uhren dekoriert war.
Nach einem Bummel durch die Altstadt und Degustation und Kauf der Solothurner Torte (einfach himmlisch), machten wir uns auf den Heimweg. Wir waren uns einig: Solothurn ist immer eine Reise wert.
Jeannette Belger
pro audito luzern
